Mit Envisagenics steigt Boehringer Ingelheim tiefer in einen bislang wenig ausgeschöpften Bereich der Tumorbiologie ein. Die New Yorker Biotech-Firma liefert mit ihrer KI-Plattform SpliceCore krankheitsspezifische Targets aus alternativen RNA-Spleißvorgängen. Für Envisagenics ist die Kooperation ein wichtiger Schritt zurück ins Rampenlicht – nach Jahren, in denen es um das Unternehmen vergleichsweise ruhig geworden war.

Ein Patient mit Lebermetastasen nach Darmkrebs hat die erste 28-tägige Behandlung mit Darizmetinib nach einer großen Leberresektion abgeschlossen. Damit kommt HepaRegeniX dem nächsten Schritt seines klinischen Entwicklungsprogramms näher. Der eigentliche medizinische Ansatz ist allerdings weitreichender: Das Tübinger Biotech-Unternehmen will die Regenerationsfähigkeit der Leber nach einer Operation medikamentös unterstützen.

Telix übernimmt ITM für 1,65 Mrd. US-Dollar. Der australische Radiopharma-Spezialist Telix will das Münchner Unternehmen ITM Isotope Technologies übernehmen. 1,65 Mrd. US-Dollar zahlt Telix zunächst, weitere 700 Mio. US-Dollar können bei Zulassung und kommerziellen Meilensteinen von ITM-11 folgen. Ein Großteil des Deals erfolgt über Aktienzuteilungen bei der börsennotierten Telix. Nach dem Verkauf von Tubulis geht damit der nächste mit vielen Fremd-Millionen ausgestatte Biotech-Star der Region an eine ausländische Firma.

36,5 Mio. US-Dollar zahlt Roche zunächst an die US-amerikanische Dualitas Therapeutics, um mehr als 300.000 Kombinationen für bispezifische Antikörper zu screenen. Das junge Biotech-Unternehmen wird dabei von zwei Managern mit Roche- beziehungsweise Genentech-Vergangenheit geführt. Für Roche ist der Deal ein weiterer Schritt, bispezifische Antikörper auch jenseits der Onkologie systematisch zu erschließen. Insgesamt könnte der Deal sogar die Milliardenschwelle erreichen.

125 Mio. US-Dollar zahlt Novartis für die Brain-Delivery-Plattform von Sironax. Nach einem Deal mit SciNeuro und dem Zugang zu weiteren Shuttle-Technologien entsteht bei dem Schweizer Pharmakonzern ein breites Instrumentarium, um Wirkstoffe ins Gehirn zu bringen.

1986 von den Brüdern Andreas und Thomas Strüngmann gegründet, gehört Hexal heute zu Sandoz. Zum 40. Firmenjubiläum verweist das Unternehmen auf seine deutschen Produktionsstandorte und die Bedeutung von Generika und Biosimilars für die Arzneimittelversorgung. Für Sandoz gibt es viele Gründe zum Feiern in diesem Jahr, doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Das Biosimilar-Geschäft wird global immer stärker umkämpft.

Mit dem Strüngmann Award wollen Thomas und Andreas Strüngmann nicht ihr eigenes Vermächtnis feiern, sondern die nächste Generation von Biotech-Unternehmern sichtbarer machen. Der mit 100.000 Euro dotierte Preis zeichnete Mitte September zum dritten Mal Gründer aus, bei denen aus wissenschaftlicher Innovation bereits ein belastbares Unternehmen mit klinischer oder wirtschaftlicher Perspektive geworden ist. 2026 ist der Blick mit den drei Finalisten noch auf den deutschsprachigen Raum gerichtet, gewonnen hat Jonathan Talbot, der Gründer und ehemalige CEO von Mosanna Therapeutics (Schweiz), der aber mittlerweile schon mit neuen Start-ups unterwegs ist.

Mit der Übernahme der sächsischen TRIMT GmbH baut ABX seine Pipeline in der Präzisionsonkologie aus. Im Zentrum stehen cyclopeptidbasierte Radiopharmaka gegen Integrine, die sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie zur Anwendung kommen sollen.

Eine knappe Verdoppelung des Überlebens zeigen aktuelle klinische Daten einer Immunonkologie-Studie von BioNTech gemeinsam mit OncoC4 beim Plattenepithelkarzinom der Lunge. Aktuell präsentieren die Mainzer auf dem Weltkongress zum Thema Lungenkrebs verschiedene frühe und mittelphasige klinische Daten. Auch der Hoffnungsträger Pumitamig kann weiter überzeugen.

Nach mehr als 100 Jahren steht die Impfstoffproduktion in Dresden vor dem Aus. GSK will die Herstellung von Grippeimpfstoffen am sächsischen Standort beenden und im kanadischen Ste-Foy konzentrieren. Man wolle sich auf mRNA-Impfstoffe konzentrieren, heißt es. Rund 650 Beschäftigte sind betroffen. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa seine pharmazeutische Produktion eigentlich stärken will.